Glühende Meerespflanzen

Und schon wieder ein digital gemaltes Bild, mag sich so mancher denken. Nachdem ich zuletzt vermehrt an meinem Saisonkalender weiter gearbeitet und nebenbei meine Acrylfarben wieder ausgepackt hatte, blieb bei mir keine kreative Motivation für Aquarell übrig. Dementsprechend sitzt mein Aquarellkasten  im Regal und wirft einem gewissen häufig zur Hand genommenen iPad säuerliche Blicke zu. 

 

In dieser imaginären Unterwasserszene konnte ich üben, wie man aufsteigende Luftblasen darstellen kann. Des Weiteren habe ich mich an dem rötlichen Glühen versucht. Das wirkt eigentlich schon ganz nett, doch beim nächsten Mal werde ich in einer zusätzlichen Ebene den Widerschein des Lichtes auf anderen Objekten hinzufügen, damit es noch realistischer wirkt. Procreate bietet tolle Funktionen, mit denen man Ebenen hinsichtlich der Farbe und des Kontrastes verändern und damit recht einfach Tiefe erzeugen kann. Weiter entfernte Objekte lassen sich so heller, dunkler oder undeutlicher darstellen, was man an diesem Beispiel anhand der weit entfernten Luftblasen und Stängel erkennen kann. Wer sich dafür interessiert, wie das Bild von der Zeichnung bis zur Ausarbeitung entstanden ist, kann sich das Video dazu unten ansehen oder direkt auf meinem Farboretum Kanal bei Youtube. Die glühenden Meerespflanzen habe ich außerdem in die Galerie Digital hochgeladen.

 

Mondaufgang - Reflexionen im Digitalen Malen

Ich bin weiterhin recht fasziniert von den Möglichkeiten, die Digitales Malen bietet. Bis auf die ungünstig spiegelnde Oberfläche des iPads, sind mir noch keine Nachteile aufgefallen. Gut, man könnte argumentieren, dass spontane Farb- und Klecksaufträge entfallen, die ein Bild spannend machen. Außerdem kann man die Anmutung eines echten Aquarellbildes nicht nachempfinden. Ansonsten macht es aber einfach nur Spass und ich muss mich nicht um verschwendete Malmaterialien sorgen, falls ein Bild so gar nichts werden mag.

 

Als ich vor gut einer Woche ein Tutorial verfolgte, in dem der Künstler zeigte, wie man in Procreate Reflexionen erzeugen kann, war ich infiziert und habe danach ein eigenes Bild entwickelt, um das wiederholt zu testen. Allerdings verschwinden die Reflexionen ein wenig im unteren Nichts. Erst nach und nach habe ich beschlossen, eine Weltraumszene zu malen. Es kam eine kleine galaktische Skyline hinzu, ein weiterer Planet am Himmel und zwei Figuren im Vordergrund, die den aufgehenden Mond betrachten. Am Ende fügte ich noch ein paar Nebelschwaden hinzu und verzichtete auf einen weiteren Planeten und Raumschiffe am Himmel, da das die Szenerie überladen hätte. Ich wollte ja ein ruhiges Bild malen. Im Film sieht man aber noch die Versuche und wie ich die Elemente wieder lösche. Das Bild gibt es in der Galerie Digital zu sehen und das Video entweder hier unter dem Beitrag oder direkt auf meinem Youtube-Kanal.

 

Aquarellkurs im Ebenböckpark

Ende Juli hatte ich mich für einen weiteren Aquarellkurs angemeldet. Schon zu Beginn hat es etwas geregnet, sodass wir den Kurs in einem der nahe gelegenen VHS-Räume mit einigen Blumenstrauß-Klecksübungen (siehe Galerie Skizze & Collage) begannen. Gegen Mittag kam die Sonne vorbei, sodass wir in den Ebenböckpark umziehen konnten. Ich suchte mir einen Platz nahe der zentral platzierten Statue aus Stein. Leider war ich dort der direkten Sonne ausgesetzt und ausnahmsweise weder mit Sonnenschutz, noch mit Sonnenbrille ausgerüstet. Die Kursleitung installierte daraufhin einen Regenschirm am Griff meines Rollkoffers, sodass ich es eine Weile dort aushalten konnte. Dankeschön! :-) Ich schaffte dann letztendlich eine blasse Skizze, bis erneut dunkle Wolken aufzogen und wir uns bei den ersten Tröpfchen ins Ebenböckhaus zurück zogen. Einige Minuten später verhinderte ein abnormal starker und langer Regenguss, dass wir trockenen Fußes zum VHS-Gebäude gelangen konnten. Erst einige Zeit danach und nur kurz bevor der Kurs enden sollte, trafen die letzten dort ein. Sowohl das Bild der Statue, wie auch die kleinere Skizze vom Park, malte ich in den Tagen nach Kursende fertig. Es war trotz des Wetters ein schöner Tag. Ich habe wieder neue Malutensilien kennen gelernt und habe mitbekommen, dass man aus Ultramarin und Siena gebrannt ein recht angenehmes Grau mischen kann. Das habe ich dann sofort an der Statue ausprobiert (siehe Galerie Aquarell). Am späten Nachmittag war ich mit meinen Eltern beim Italiener um die Ecke. Herrlich!

Aquarellskizzen im Garten

Im Juli war ich für eine längere Zeit bei meinen Eltern zu Besuch. Die beiden haben einen wunderschönen Garten, der zu dieser Zeit besonders toll mit Blüten geschmückt war. Mir gefielen in diesem Jahr besonders der Lavendel, die Rosen und die Wildblumenflecken in der Wiese. Meine Mutter hat dort eine "Bienenmischung" gesät, sodass man auch Blumen bewundern kann, die man in der freien Natur nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Meinem Empfinden nach gibt es nur noch wenige Gebiete abseits der Monokulturen, in denen Wildblumenwiesen ungestört bis zur Blüte wachsen dürfen. Umso interessanter fand ich es, mit dem Smartphone die einzelnen Arten grob bestimmen zu können. Neben Kornblume, Pippau und Hornklee wuchs dort auch Natternkopf, Buchweizen, Phazelie und Nelkenleimkraut.

 

An zwei Tagen hatte ich Zeit, um im Garten Aquarellskizzen anzufertigen. Beim ersten Mal setzte ich mich vor den Kübel mit Nutzpflanzen auf der Terrasse. Die kleinen Tomaten wurden bereits rot und es hingen noch viele grüne am Strauch. Gemalt habe ich einen kleinen Ausschnitt von einem der Äste. An einem anderen Tag suchte ich mir einen Platz, von dem ich die hellrosa Malven gut im Blick hatte. So saß ich dann eine ganze Weile bienenumschwärmt auf der Wiese, bis es anfing zu regnen. In weiser Voraussicht hatte ich ein Foto gemacht, sodass ich die Skizze später noch ergänzen konnte. Tomaten und Malven gibt es wie immer in der Galerie Aquarell zu sehen.

Davids Meereswellen auf Cornwall

Der Urlaub in der Toskana hat bei mir noch ein bisschen nachgewirkt. Wir waren an einem der Tage in Florenz und besuchten unter anderem die Accademia di Belle Arti. Da man dort ohne Blitz fotografieren durfte, machte ich einige Fotos von Michelangelos David-Statue, die dort im Original zu sehen ist. Einige Zeit zuvor sahen wir die Nachbildung vor dem Palazzo Vecchio und ich konnte natürlich keinen Unterschied feststellen. Aktuell male ich im Hahnemühle Selection- Block, der eine große Auswahl an unterschiedlichen Qualitäten bietet. Zu diesem Zeitpunkt war der Aquarellkarton "Cornwall" (450 g/ rau) freigelegt, der die Aquarelle laut Beschreibung durch seine unregelmäßige Struktur noch plastischer wirken lässt. Eigentlich wie geschaffen für eine Aquarellskizze von einer Plastik. Ich wählte dementsprechend ein Foto einer Nahaufnahme der Kopfregion, weil ich schon seit längerem die Farbverläufe bei einem Porträt üben wollte. Ich beschränkte mich bewusst auf eine reduzierte Farbpalette mit Mischungen von Cadmiumrot, Neapelgelb, Manganviolett und Dunkelrot.

 

Bevor ich mit dem David anfing, malte ich auf einem weiteren "Cornwall"-Karton (450g /matt) eine Meeres-Szene mit Strand und Brandung. Ich hatte Glück, denn auch diesmal passte das Motiv zum Papier. Laut Beschreibung eignet es sich gut für strahlend gleichmäßige Farbverläufe bei der Nass-in-Nass-Technik. Bei dieser lockeren Übung habe ich wieder einmal Wolken in den Himmel getupft, ein schönes Türkis zusammen gemischt, die Brandung und Lichtreflexe im Meer mit Rubbelkrepp ausgespart und den Strand körnig gesprenkelt. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich bald wieder ein Motiv mit Meerblick male, bei dem ich diese Techniken einsetzen kann. Den David und die Meereswellen gibt es in voller Größe in der Galerie Aquarell zu sehen.

Im Stadtpark

Im Mai waren wir zu Besuch in Nürnberg und dort habe ich bei einem Spaziergang im Stadtpark ein stimmungsvolles Foto gemacht. Anhand dessen habe ich eine Aquarellskizze angefertigt. Der rechte Teil des Fotos war durch das Gegenlicht sehr dunkel durch die vielen Schatten des Baumes. Daher habe ich mich sehr zurück gehalten, dort zu viel Pigment aufzutragen. Im Originalbild nimmt man viel deutlicher den warmen Farbton auf der Innenseite des Torbogens wahr, der von der Abstrahlung des Sonnenlichts von den rötlichen Pflastersteinen herrührt. Diese Bildstelle gefällt mir besonders gut.

 

Kürzlich habe ich ein Video gesehen, bei dem erklärt wurde, wie man Reflexionen meistern kann. Dabei erwähnte der Künstler, dass er sehr oft gefragt werde, wie er dies oder jenes beim Malen anginge oder löse. Sein Kommentar dazu war, dass man neben all den Techniken und Tutorials eines nicht vergessen darf: hinsehen, hinsehen und nochmal hinsehen. Aufmerksamkeit und Zeit zum Beobachten sind der Schlüssel zu vielen Schwierigkeiten im Aquarellmalen. Und darin kann ich ihm voll und ganz zustimmen. So habe ich wahrscheinlich auch den Torbogen-Farbton "gefunden", der die Bildstelle für mich persönlich nochmals aufgewertet hat.

Es scheint immer unmöglich...

Neulich fiel mir ein Foto von Stahlstützen vom Bau in die Hand und ich skizzierte einen Ausschnitt davon in meinem Aquarellskizzenbuch. An dem Tag hatte ich wohl einen Knick in der Optik, denn erst nach dem Kolorieren entdeckte ich die perspektivischen Ungenauigkeiten. Das fällt natürlich bei einem technischen Motiv eher ins Gewicht, als bei einem floralen oder organischem. Nach einer ersten heftigen Phase der Unzufriedenheit habe ich dann beschlossen die Kanten mit Fineliner nach zu ziehen und extra zu betonen. Letztendlich sollte man wohl Übungen einfach als Übungen betrachten. Spaß hatte ich ja trotzdem beim Malen und darauf kommt es schließlich an. Letztendlich ist es Wichtiger, dass nicht das Endergebnis im Fokus steht, sondern das Tun an sich. Leider vergessen wir das oft im Alltag, in dem Produktivität und Leistungsdruck auf einem erhöhten Podest zu stehen scheinen. Wenn man sich das immer wieder bewusst macht, geht man automatisch lockerer mit sogenannten Fehlern um. Wenn es egal ist, was am Ende auf einem weißen Blatt Papier zu Tage tritt, warum nicht neue Wege gehen und Techniken kombinieren, neue Farbtöne ausprobieren oder frei mit dem Pinsel herum klecksen?

Aquarell im Juli: Landschaften und Blüten

Ein weiteres Aquarellwochenende liegt hinter mir. Nach ein paar Klecksübungen zum Warmmalen (siehe Galerie Skizze & Collage) konnte ich fast vier Bilder fertigstellen. Das letzte Landschaftsbild vom Starnberger See blieb zunächst unvollendet, sodass ich es in dieser Woche in Eigenregie fertig gemalt habe. Am Wochenende musste ich einmal mehr erfahren, wie schwierig es noch für mich ist den richtigen Zeitpunkt abzupassen, bei dem man das Bild am Besten so lässt wie es gerade ist. Gerade wenn etwas in meinen Augen nicht gelungen ist, neige ich dazu einfach weiter auf der Fläche herum zu fuhrwerken in der Hoffnung, dass es besser wird. Ein bisschen mehr Mut zur Farbe und zu Kontrasten habe ich mir aber inzwischen angeeignet und ich merke, welchen Unterschied das macht. Am Ende des Malwochenendes war ich recht erschöpft von den vielen Eindrücken und der Hitze im Seminarraum. Mir hat es wieder viel Spaß gemacht und ich hoffe, das nächste Mal wieder dabei sein zu können. Fotos von den Bildern "Haus am Strand", "Starnberger See", "Bouquet" und "Feldblick" gibt es wie immer in der Galerie Aquarell.

Wortkleckse (1) Haus am Strand

Mein Haus am Strand hat keine Tür und doch kann ich hinein.

Ich mache mich ganz klein, denn nur auf diese Weise

und ganz leise zwänge ich mich durch ein Fenster.

Gespenster des nachts, geheimnisvoll am Tag. So steht mein Häuschen da.

Ich sah viele Leute tuscheln, sie verstehen nicht, warum ich es besaß.

Ich las von fremden Ländern oft, vergrub die Füße im Sand.

Bekannt war mir vieles, doch ich wusste eigentlich nicht...

Die Sicht ist klar, der Himmel rein, umringt das Haus von raschelndem Laub.

Dunstiger Staub zieht vorbei. Versonnen schaue ich auf das Meer.

Leer der Blick und voll der Kopf, fasse ich einen Beschluss.

Ich muss jetzt etwas anderes sehen und klettere hinaus.

Aus ist es mit der Illusion, ich kann es kaum verstehen.

Drehen kann ich es hin und her, doch am Ende ist es klar.

Wahr ist nur, dass ich das Häuschen einst malte.

Alte Erinnerungen füllen den Rest.

Jede Wand ist eine Tür

Am Wochenende habe ich ein paar neue Motive fotografiert und meine Serie "Lost" ausgebaut. Bei diesem Motiv galt es, die Perspektive im Auge zu behalten. Außerdem konnte ich das Schattensetzen üben, die Verlaufstechnik anwenden und eigene Farbkonzepte umsetzen. Letzteres musste ich sogar, denn ich hatte das Referenzfoto in Grautönen vorliegen, um die Kontraste besser zu erkennen. Das funktionierte soweit ganz gut. Die Farbgebung basiert größtenteils auf der einzigen unbekannten Farbe in meinem Aquarellkasten, einem ominösen Blauton. Dunkelheiten habe ich fast immer mit Indigo oder einer Mischung davon gesetzt. Gleiches gilt für die Schatten. Dazu kombiniert habe ich einen kupfrig-lachsigen Rotton und einen Grünton auf Basis des ominösen Blaus gemischt mit einem Klecks Kadmiumgelb zitron. 

 

Aus persönlichem Interesse habe ich in unregelmäßigen Abständen und in Pausen ein Foto gemacht. Diese habe ich am Ende zusammengeschnitten und vertont, damit nochmal klar wird, was so nach und nach auf dem Blatt Papier so passiert. Wenn du magst, schau dir das Bild in höherer Auflösung in der Galerie Aquarell an. Den Entstehungsprozess kannst du in nachfolgendem Video nachverfolgen oder du rufst es auf meinem Youtube-Kanal direkt auf.

Toskana: Villa Monte Nisa

Unseren Urlaub verbrachten wir in diesem Jahr in einer wunderschönen toskanischen Villa bei Montefiridolfi. Neben den Ausflügen ins Umland und nach Florenz und der entspannten Zeit im Pool, am Billardtisch und auf der Terrasse, kam ich auch ein bisschen zum Zeichnen und Malen. Von den Liegeplätzen am Pool habe ich ein paar schnelle Bleistiftskizzen machen können. Die Villa wollte ich auf jeden Fall in Aquarell festhalten, weswegen ich mir dann eines Morgens mit meinen Farben einen Platz mit gutem Blick auf das etwas erhöht liegende Haus suchte. Nach zwei Stunden brach ich den Versuch ab, denn ich wollte nicht weiter in der Sonne gar ziehen. Ein Foto war schnell gemacht und half mir später als Referenz, um die Aquarellskizze fertig zu malen. 

 

Ich war das erste Mal in der Toskana und bin sehr von der schönen Landschaft begeistert. Weinberge, Olivenbäume und Zypressen sieht man fast überall. Hier wachsen neben Agaven und anderen Sukkulenten auch viele Blütenpflanzen, die ich natürlich noch nie gesehen habe. Ich werde auf jeden Fall mein Fotoalbum nach weiteren Malmotiven durchforsten, auch wenn das Malen nach reinen Bildvorlagen nicht optimal ist. Bis dahin habe ich hier die Bleistiftskizzen in der Galerie Skizze & Collage hochgeladen, sowie die Villa Monte Nisa als Aquarellskizze in der Galerie Aquarell.

Malexkursion Botanischer Garten

Am Wochenende war ich - genau wie im letzten Jahr - wieder auf der Malexkursion im Botanischen Garten. Im letzten Jahr hatte ich mich ja an Mohnblumen und Strauchrosen versucht, daher wollte ich mir dieses Jahr auf jeden Fall ein anderes Motiv suchen. Ich setzte mich dann vor ein üppig bepflanztes Beet mit weißen Zierblumen, verblühten Lauchgewächsen, Iris und Pfingstrosen im Hintergrund. Mir war schon nach der Vorzeichnung klar, dass ich so schnell keinen anderen Platz zum Malen finden muss. :-) Ich fand es sehr hilfreich, dass ich Tipps bekam, wo noch Dunkelheiten zu setzen sind. Beim Aquarellmalen bin ich immer noch sehr vorsichtig und fange so hell wie möglich an, um mich Schritt für Schritt an dunklere Töne anzunähern.  

 

Bei der Nachbesprechung aller Arbeiten konnte man schön sehen, wie unterschiedlich an einzelne Motive herangegangen wurde. Für mich ist es eine gute Sache durch Verbesserungsvorschläge weitere Hinweise zu bekommen, wie man ein Bild gestalten kann, Fehler verbessert oder vermeidet und entscheidet, wann man letztendlich aufhört, damit man sein Bild nicht "tot malt". Im Anschluss blieb ich noch eine Weile im Botanischen Garten, um die Aquarellskizze einer Ackerwindenblüte fertig zu machen. Beide Aquarelle gibt es wie immer in der Galerie Aquarell im Großformat zu sehen.

Realität und Fiktion

Zu Beginn des Jahres konnte ich bei Renovierungsarbeiten ein paar interessante Schnappschüsse machen. Die Fotos waren eher von düsterer Stimmung und haben mich sehr an ein englischsprachiges Adventure erinnert, das ich vor Jahren gespielt habe. In diesem Spiel ging es darum, den Ausgang aus einer verlassenen und verfallenen öffentlichen Einrichtung zu finden. Dabei mussten Rätsel gelöst werden und immer wieder fand man Sprüche und Hinweise, welche an die Wände der unterschiedlichen Räume gemalt wurden.

 

Da ich sowieso Lust auf ein bisschen Rubbelkrepp hatte, war die Idee zu einer Verschmelzung dieser beiden Motive geboren. Die Schrift und einige kleinere Gegenstände habe ich maskiert, alles andere ausgespart. Was mit einer vagen Vorstellung im Skizzenbuch begann, habe ich einige Zeit später in einem zweiten Versuch mit anderem Motiv auf Büttenpapier ausgebaut. Sowohl die Aquarellskizze "Think outside the box", als auch das Aquarell "All together now" gibt es in der Galerie Aquarell zu sehen.

Römisches Wasserwerk

Landschaftsszenen und Architektur in Aquarell festzuhalten ist für mich noch nicht einfach. Daher habe ich mir vorgenommen hin und wieder nach Fotos zu arbeiten, um ein bisschen mehr Routine zu bekommen. Letzten Endes brauche ich schon vergleichsmäßig lange für Skizze, Ausführung und Farbenmischen, daher ist Pleinairmalerei noch nicht drin. 

 

Im Schwetzinger Schlosspark steht ein römisches Wasserkastell mit Aquädukt, von dem ich ein gutes Foto machen konnte. Zu Hause machte ich eine grobe Vorzeichnung mit Aquarellstiften und begann im Anschluss mit der Ausarbeitung der künstlichen Ruine. Mir gefällt besonders der kleine Wasserfall, der vor der Brücke in den See vor dem Kastell plätschert. Die Büsche und Bäume habe ich nur grob angedeutet, wie auch die steinernen Mauern und den Abhang zum Ufer.

Erste Schritte mit Procreate: Digitales Malen

Seit ein paar Monaten ist Procreate auf dem Tablet installiert und ich konnte mich schon ein bisschen mit dem Programm vertraut machen. In erster Linie habe ich es für die Gestaltung von Illustrationen verwendet, die ich für meinen Saisonkalender brauche. Nebenbei las ich das Handbuch, um neben der intuitiven Bedienung noch ein paar Tipps zu den Grundlagen zu bekommen. Das Arbeiten mit Ebenen erleichtert die Sache erheblich. Man kann einzelne Elemente jederzeit ein- und ausblenden oder löschen. Elemente auf Ebenen lassen sich bequem markieren und gesondert bearbeiten. 

 

Bei diesem Übungsbild habe ich frei herum probiert und die Erstellung von Ebenen bis zuletzt ausgereizt, denn am Ende konnte ich keine neue mehr erstellen. :-) Formen, Licht und Schatten habe ich nach Gefühl gesetzt. Einfallendes Sonnenlicht habe ich mit dem Pinsel "Lichtschimmer" hinzugefügt. Geangelt wird aber nichts: No fish today!

 

Gestern habe ich dann entdeckt, wie man den Malprozess im Zeitraffer als Video exportieren kann. Ich bin immer noch erstaunt, wie gut das funktioniert hat. Schnell noch ein bisschen Videoschnitt und schon konnte ich das vertonte Ergebnis bei YouTube hochladen. Ich bin total gespannt, was Procreate noch für Funktionen bietet. Entdeckt habe ich bereits verschiedene Zeichenhilfen, also unterschiedliche Arten an Hilfsgittern, sowie Perspektive mit Fluchtpunkt und symmetrisches Zeichnen. Mit letzterem kann man mit der Einstellung "radial" tolle Mandalas kreieren.

 

Für Interessierte hier das Video zu "No Fish Today". Alternativ kann man sich das Video direkt auf meinem Farboretum Youtube-Kanal ansehen.

Gartenaquarell

Das Gartenaquarell habe ich Anfang Mai für liebe Bekannte fertig gestellt, die zusammen ihren runden Geburtstag gefeiert haben. Die beiden haben selbst einen Garten und kennen sich gut mit Pflanzen aus, daher dachte ich, dass ich mit einem Blütenmotiv eventuell richtig liege. Das war für mich auch eine gute Übung, um das Gelernte umzusetzen. Als Referenz habe ich mir Fotos von Blumen gesucht, die mir gut gefallen und die ich mir in Kombination vorstellen konnte. Ohne Vorzeichnung geht es bei mir noch nicht, daher habe ich mir meine Aquarellstifte geschnappt, um die Komposition zu skizzieren. Im Anschluss fiel mir auf, dass ich meine normalen Farbstifte benutzt hatte, die sich eben gerade nicht mit Wasser lösen lassen. Beim nächsten Mal sollte ich mich vielleicht an der Haptik orientieren: die Polychromos sind rund, die Aquarellstifte eckig! :-)

 

Da das Gartenaquarell dann ein eher aufwändiges Projekt war, dachte ich, es sei eine gute Idee in regelmäßigen Abständen ein Foto zu machen, damit man den Entstehungsprozess beobachten kann. So etwas habe ich bisher nur einmal versucht, als ich eine Kamera habe mitlaufen lassen. Leider fehlt mir momentan ein Stativ, bei dem man die Kamera parallel zum Papier ausrichten kann. Als Ersatz habe ich gestern ein Video geschnitten, bei dem alle Fotos nacheinander überblendet werden. Man kann gut sehen, dass ich extrem hell mit dem Malen anfange und die hellen Stellen von Anfang an ausspare. Den Hintergrund sollte man möglichst parallel mit entwickeln, das habe ich ganz gut hin bekommen, wenn ich mich auch am Anfang eher auf die Blüten konzentriert habe. Am Schluss habe ich noch ein paar grüne Stellen dazu gefügt, an denen ich die Farbe mit dem Röhrchen verteilt habe. Im Hintergrund habe ich einfache blättrige Formen ergänzt und ausgespart, damit das Bild etwas mehr Tiefe bekommt. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden damit. Mir gefällt es besonders, dass sich das Ultramarin sowohl in einer Blüte, als auch im Hintergrund findet.

 

Hier kannst du dir das erwähnte zusammen geschnittene und vertonte Video ansehen, oder du besuchst meinen Kanal direkt auf YouTube unter diesem Link: Farboretum YouTube

Aquarell im April

Am letzten Aprilwochenende habe ich erneut einen Wochenend-Aquarellkurs belegt. Die Zeit verrinnt dabei immer wie im Flug, denn zwischen den praktischen Erklärungen vertiefe ich mich jedesmal total ins Malen. Mir ist aufgefallen, dass ich tatsächlich weniger Pausen brauche, wenn ich auswärts male. Es fehlen einfach die alltäglichen Ablenkungen, sodass man gefühlt produktiver ist. Ich brauche wahrscheinlich inzwischen auch nicht mehr erwähnen, dass ich viel Spaß hatte und es immer wieder etwas gibt, was ich dazu lerne.

 

Da wir diesmal einige Anfänger dabei hatten, waren Motive dabei, die besonders dazu einluden, Wert auf das Weißlassen zu legen. Ich glaube, man kann es gar nicht oft genug betonen, wie wichtig es beim Aquarellieren ist, Stellen eben nicht zu bemalen. Und ich bin recht froh, dass unsere Dozentin jedes Mal erneut darauf hinweist. Und ja: weniger ist mehr. Eine Fläche wird nicht unbedingt besser, wenn man sie immer wieder weiter bearbeitet.

 

Wie jedes Mal begannen wir mit einigen schnellen Übungen, bei denen man sich mit dem Material vertraut macht und Techniken übt. Besonders gerne mochte ich es, die Maus zu aquarellieren. Die Baumlandschaft zu malen war besonders herausfordernd. Wir malten sie nach einer Vorlage von Hermut Geipel, dem Lehrer unserer Dozentin. Wie immer habe ich einige der Übungen in meiner Galerie Aquarell eingestellt:

  • Blumenvase (nach Christine Brandstätter)
  • Anemonen (nach Andreas Felger)
  • Blumen im Glas (nach Christine Brandstätter)
  • Maus (nach Yvonne Joyner)
  • Baumlandschaft (nach Hermut Geipel)

 

Aquarellkurs: Blüten und Landschaften nach Vorlage

Am letzten Wochenende fand wieder der Malkurs statt, den ich bereits vor einem Jahr belegt habe. Ich hatte mich im Vorfeld schon sehr darauf gefreut und hatte - ja, ich wiederhole mich - sehr viel Spaß. Die Zeit verflog dabei so schnell, dass ich kaum glauben kann, knappe elf Stunden in zwei Tagen mit Farben, Pinseln und Gleichgesinnten verbracht zu haben. Dass wir diesmal echte Blüten als Vorlage zur Verfügung gestellt bekamen, hat mir besonders gut gefallen. Das ist für mich noch eine größere Herausforderung und ich habe das Gefühl, dass ich damit am Besten meinen Sehsinn schulen kann. Wie immer begannen wir mit ein paar Aufwärmübungen (siehe Galerie Skizze und Collagen: Rote Blüten, Klecksfiguren, Aquarellkleckse).

 

Witzigerweise haben wir diesmal auch mit Rubbelkrepp gearbeitet, wo ich noch kurz vor Kursbeginn entschieden habe, diesen zu Hause zu lassen, da wir ihn bisher nie benutzt hatten. :-) Den "Schneezaun" werde ich bald nochmals malen, um den Himmel noch etwas besser hin zu bekommen. Vielleicht auch in kleinerem Format, um durch die schnelle Trocknungszeit nicht in Stress zu geraten. Alle Arbeiten vom Wochenende gibt es hier zu sehen: Galerie Aquarell (Anemonen, Margeriten, Winterzaun, Winterlandschaft).

 

Ansonsten warte ich gerade auf meine Postkarten, die ich von einigen meiner Aquarelle in den Druck gegeben habe. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe, dass die Farben gut herauskommen. Ein bisschen Glück spielt da absolut mit, denn mit meinem Drucker zu Hause lassen sich keine guten Drucke reproduzieren. Das heißt, ich verlasse mich im Wesentlichen auf die Dateiansicht des PDFs am Bildschirm. Und jeder Grafikdesigner würde spätestens jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. :-) Des Weiteren arbeite ich nebenher an meinem neuen Projekt. Ob ich es umsetze, ist momentan noch unklar. Falls ja, wird es hier dazu auch bald mehr geben. Bis dahin liebe Grüße an alle!

 

 

Aquarellkurs im Dezember

Im Dezember hatte ich wieder sehr viel Spaß am Aquarellmalen. Das Wochenendseminar gefiel mir wieder richtig gut und die Zeit verging wie im Flug. Jedes Mal ist es so interessant, was die anderen Kursteilnehmer bei gleicher Aufgabenstellung auf das Papier bringen. Diesmal gab es beispielsweise eine Teilnehmerin, die sich bei der Farbwahl ausgelebt hat. Ich zähle mich selbst  zu denen, die noch eher "brav" malen, daher inspirieren mich solche Bilder dann umso mehr. Mir ist außerdem noch gut in Erinnerung, dass wir erklärt bekamen, wie man runde geometrische Gefäße darstellt und dass man den Pinsel - vor allem bei der Verlaufstechnik - ruhig komplett benutzen soll. Schließlich hat man ihn auch komplett bezahlt. :-) 

 

 

 

 

 

 

 

 

An diesem Wochenende haben wir einige kleine Übungen gemacht und im Anschluss nach Vorlagen gemalt. Eigentlich sah der Kurs vor, insbesondere Blüten, Pflanzen und Landschaften nach Vorlagen zu aquarellieren. Ich hatte aber noch eigene Fotos dabei und Lust, mich an einem Interieur zu versuchen, da ich das in dieser Technik noch nie gemacht habe. Also sind folgende Bilder entstanden:

  • Rosenstrauß
  • Wohnzimmer
  • Winterpfad

Wie immer gibt es diese in der Galerie Aquarell zu sehen.

 

Zentangle kombiniert mit Buntstiftzeichnung

Mit Zentangle habe ich in den vergangenen Jahren schon experimentiert. Das ist wirklich eine schöne Technik, um den Kopf frei zu bekommen. Außerdem muss man sich um die Farbgebung keine Gedanken machen und hat keine Wahl, als einmal zu Papier gebrachte Striche so wie sie sind stehen lassen zu müssen. Denn Vorzeichnungen und Radiergummis sind verboten. ;-)

 

Im September und Oktober hatte ich dann doch Lust auf ein bisschen Farbe, nachdem ich ein Video über räumliches Zeichnen mit Buntstiften gesehen hatte. Zudem überrollte mich eine kurze Phase, in der ich es entspannend fand, kleine runde Edelstein-Cabochons zu zeichnen. Zugegeben, bei der Zeichnung "Leben" (links neben diesem Text zu sehen), habe ich die Zentangle-Elemente dann doch teilweise vorgezeichnet. Keine Richtlinie ohne Ausnahme, oder? Die drei anderen Zeichnungen gibt es wie immer in der Galerie Illustration zu sehen.